Sophos AP6-Modelle vergleichen: 420, 420E, 420X, 840 und 840E
Bei der AP6-Auswahl entscheiden zuerst Einsatzort, benötigte Funkbänder, MIMO-Auslegung, Uplink und verfügbare PoE-Leistung. Für draussen ist der AP6 420X vorgesehen. Wer 6 GHz benötigt, wählt AP6 420E oder AP6 840E. Die 840er-Modelle arbeiten mit 4×4:4 MIMO, die 420er mit 2×2:2. Daraus allein lässt sich jedoch weder eine garantierte Reichweite noch eine feste Clientzahl ableiten.
Kurzentscheidung: AP6 420 ist das Indoor-Basismodell mit Gigabit-Uplink. AP6 420E ergänzt 6 GHz und 2,5 GbE. AP6 840 kombiniert 4×4:4 mit 2,5 GbE ohne 6 GHz. AP6 840E bietet 4×4:4, 6 GHz und zwei 2,5-GbE-Ports, benötigt aber PoE++. AP6 420X ist das wettergeschützte Outdoor-Modell mit externen Antennen.
Die fünf AP6-Modelle im Überblick
Bevor ein Modell in der Stückliste festgeschrieben wird, die live gepflegte Matrix der unterstützten Modelle öffnen und bestätigen, dass das konkrete AP6-Modell für die vorgesehene Verwaltungsart weiterhin aufgeführt ist. Danach mit dem folgenden Vergleich die Einsatzentscheidung treffen; weichen Live-Matrix und dieser Leitfaden voneinander ab, die Beschaffung stoppen und den Modellstatus klären lassen.
| Modell | Einsatz | Funk |
|---|---|---|
| AP6 420 | Indoor | 2,4/5 GHz, Wi-Fi 6, 2×2:2 |
| AP6 420E | Indoor | 2,4/5/6 GHz, Wi-Fi 6E, 2×2:2 |
| AP6 420X | Outdoor, IP67 | 2,4/5 GHz, Wi-Fi 6, 2×2:2 |
| AP6 840 | Indoor | 2,4/5 GHz, Wi-Fi 6, 4×4:4 |
| AP6 840E | Indoor | 2,4/5/6 GHz, Wi-Fi 6E, 4×4:4 |
| Modell | Ethernet | Stromquelle |
|---|---|---|
| AP6 420 | 1 × 1 GbE | 802.3at PoE+ oder optionales DC-Netzteil |
| AP6 420E | 1 × 2,5 GbE | 802.3at PoE+ |
| AP6 420X | 1 × 2,5 GbE | 802.3at PoE+ |
| AP6 840 | 1 × 2,5 GbE | 802.3at PoE+ |
| AP6 840E | 2 × 2,5 GbE, davon ein PoE-Port | 802.3bt PoE++ |
Alle fünf Modelle lassen sich mit Sophos Wireless in Sophos Fusion (ehemals Sophos Central) oder lokal verwalten. Die Verwaltungsart muss vor der Beschaffung feststehen: Sophos Fusion oder lokal. Für die Verwaltung in Sophos Fusion muss im Fusion-Konto eine gültige Anzahl von Abonnements für AP6 Support and Services vorhanden sein, die der Zahl der in Sophos Fusion verwalteten APs entspricht. Für die lokale AP6-Verwaltung ist dieses Abonnement nicht erforderlich. AP6 kann nicht über den Wireless Controller einer Sophos Firewall verwaltet werden. Die Betriebsunterschiede erklärt lokale oder cloudbasierte AP6-Verwaltung mit Sophos Wireless wählen.
Einsatzort und Montage zuerst festlegen
AP6 420, 420E, 840 und 840E sind Indoor-Modelle. Vorgesehen sind Tisch-, Wand- und T-Bar-Deckenmontage; zusätzliche Kits decken weitere Deckensituationen ab. Der AP sollte nicht dort montiert werden, wo Metall, Versorgungsschächte oder andere Hindernisse die geplante Funkzelle abschatten. Eine Deckenhöhe von ungefähr 2,5 bis 4,5 Metern ist eine Orientierung, ersetzt aber keine Messung vor Ort. Für diese Indoor-Modelle gelten 0 bis 40 °C Betriebstemperatur und 10 bis 95 % relative Luftfeuchtigkeit, nicht kondensierend.
AP6 420X ist das einzige aktuelle AP6-Modell für den Ausseneinsatz und nach IP67 geschützt. Seine Standardmontagen sind Wand und Mast. Zur Installation gehören Erdung, wetterfeste Verkabelung und eine für die Umgebung geeignete PoE-Quelle. Die Hardware-Revision ist ebenfalls relevant: Für Revision 2 gilt ein Betriebstemperaturbereich von -30 bis 55 °C, für Revision 1 von -20 bis 55 °C; die zulässige relative Luftfeuchtigkeit beträgt 10 bis 95 %, nicht kondensierend. Diese Grenzen sollten am konkreten Gerät kontrolliert werden.
Funkbänder und MIMO passend auswählen
Die Modelle mit E im Namen – AP6 420E und AP6 840E – besitzen je ein Radio für 2,4, 5 und 6 GHz. AP6 420, 420X und 840 besitzen Radios für 2,4 und 5 GHz. 6 GHz ist nicht in allen Regionen verfügbar und verlangt ausserdem passende Clients. Ein 6-GHz-Radio ist deshalb nur dann ein sinnvoller Mehrwert, wenn Regulatory Domain, Endgeräte und Funkplanung zusammenpassen.
2×2:2 beziehungsweise 4×4:4 beschreibt die dokumentierte MIMO-Auslegung. Die 840er stellen mehr Spatial Streams bereit, doch der Nutzen hängt von Clientfähigkeiten, Kanalbreite, Störungen, Zellgrösse und gleichzeitiger Last ab. Für eine dichte oder leistungsorientierte Umgebung ist 840/840E daher der naheliegende Startpunkt für einen Pilot, aber keine Garantie für einen bestimmten Durchsatz oder eine bestimmte Clientzahl.
Uplink, PoE und Switch gemeinsam planen
Nur AP6 420 besitzt einen 1-GbE-Uplink; die anderen Modelle haben mindestens einen 2,5-GbE-Port. AP6 840E besitzt zwei 2,5-GbE-Ports, wobei nur der erste Port den AP mit PoE versorgt. Ein 2,5-GbE-Port am AP schafft noch keinen 2,5-GbE-Datenpfad: Switchport, Verkabelung, ausgehandelte Geschwindigkeit und restliches Netzwerk müssen ebenfalls dazu passen.
Für AP6 420, 420E, 420X und 840 ist mindestens 802.3at PoE+ erforderlich; AP6 840E benötigt 802.3bt PoE++. Passive PoE-Injektoren werden nicht unterstützt. Bei unzureichender Versorgung schaltet ein AP6 alle Radios ab. Nach einer Änderung der PSE-Leistung muss der AP neu gestartet werden.
Die Stromversorgung darf nicht anhand eines einzelnen nominalen Wattwerts dimensioniert werden. Für die Beschaffung pro AP-Port die erforderliche PoE-Klasse reservieren, das Gesamtbudget des Switches oder Injektors für alle APs mit Betriebsreserve berechnen und das Ergebnis am vorgesehenen Port und Kabelweg prüfen. Die vollständige Prüfung von Switchbudget, LLDP-MED, VLAN, DHCP, DNS und Fusion-Zielen steht in den Sophos-Wireless-Anforderungen.
Interne oder externe Antennen wählen
Die vier Indoor-Modelle verwenden interne Rundstrahlantennen. Das eignet sich für eine saubere Wand- oder Deckenmontage, bei der Ausrichtung und Standort zur geplanten Funkzelle passen. AP6 420X verwendet externe Rundstrahlantennen; zusätzlich sind eine 120°-Sektorantenne und eine 30°-Richtantenne verfügbar.
Eine optionale AP6-420X-Antenne ist keine reine mechanische Änderung. Die richtige Antenne muss auch in der AP-Konfiguration gewählt werden. Eine falsche Antenneneinstellung kann den Betrieb ausserhalb regulatorischer Grenzwerte bringen. Deshalb vor der Montage Antennentyp, Kabel, Ausrichtung und die passende Softwareeinstellung gemeinsam dokumentieren.
Regulatory Domain und SKU vor der Bestellung prüfen
FCC- und ETSI-Varianten erlauben unterschiedliche Kanäle. Im Freien verbieten Australien und Neuseeland, Brasilien, Kenia und Südafrika sowie Albanien, Andorra, Österreich, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Zypern, Tschechien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Island, Irland, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Nordmazedonien, Malta, Moldau, Monaco, Montenegro, die Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Serbien, die Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweden, die Schweiz, die Türkei und das Vereinigte Königreich die Low-Band-5-GHz-Kanäle ohne DFS; diese Kanäle lassen sich dort für den Ausseneinsatz nicht konfigurieren. In Israel gilt die engere Grenze: Outdoor-APs dürfen gar kein 5 GHz verwenden und sind auf 2,4 GHz beschränkt. Eine allgemeine Modellbezeichnung ist daher keine weltweite Funkfreigabe.
Die SKU-Länder-Zuordnung unterscheidet sechs Beschaffungsvarianten: Australien (AU) für Australien und Neuseeland, Kanada (CA) für Kanada, Europa (EU) für die aufgeführten europäischen Länder, Indien (IN) für Indien, Rest der Welt (ROW) für die aufgeführten übrigen Länder und USA (US) für die Vereinigten Staaten. Unmittelbar vor der Bestellung die live gepflegte AP6-SKU-Länder-Matrix öffnen, das Zielland dem SKU-Kürzel im Angebot zuordnen und beides im Entscheidungsprotokoll festhalten. Da ein AP6 nur einer Sophos-Fusion-Site innerhalb seiner SKU-Region zugewiesen werden kann, lässt sich eine ungeeignete regionale SKU nicht durch die Site-Zuweisung korrigieren; fehlt das Land oder weicht das Angebot ab, die Bestellung bis zur Klärung stoppen. Eine vorhandene Konformitätserklärung ersetzt weder diese SKU-Prüfung noch lokale Frequenzvorgaben.
Auswahl mit einem Pilotgerät validieren
- Anforderung festhalten: Innen oder aussen, erwartete Clienttypen, benötigte Bänder, 6-GHz-Bedarf, Uplink, PoE-Standard, Montageart, Land und Verwaltungsart notieren. Bei Verwaltung in Sophos Fusion zusätzlich die Zahl der dort verwalteten APs und die gültige Anzahl von Abonnements für AP6 Support and Services im Fusion-Konto festhalten.
- Modell und Region prüfen: Modell, Hardware-Revision, SKU-Kürzel und Site-Land vor Bestellung abgleichen. In der Regulatory Compliance Library das konkrete AP6-Modell öffnen, die für Zielland und Revision benötigte Erklärung oder Zulassung herunterladen und Dokumenttitel sowie Abrufdatum im Entscheidungsprotokoll festhalten. Bei fehlendem Modell, abweichender Revision oder unklarer Länderfreigabe nicht bestellen, bis die Zuordnung geklärt ist.
- Switchport vorprüfen: Aushandlung für 1 oder 2,5 GbE, PoE+/PoE++, Kabelstrecke, LLDP-MED und Gesamtbudget kontrollieren.
- Einen AP installieren: Den vorgesehenen Montageort und beim 420X auch Erdung, Abdichtung, Antennentyp und Antenneneinstellung prüfen.
- Abnahme messen: Ausgehandelte Ethernet-Geschwindigkeit, PoE-Zustand, aktive Radios, erlaubte Kanäle, Clientverbindung und Durchsatz an mehreren repräsentativen Punkten dokumentieren.
- Entscheidung überprüfen: Erst nach dem Pilot festlegen, ob Modell, Anzahl, Platzierung und Switchbudget für die übrige Fläche passen. Bei Abweichungen zum zuletzt dokumentierten Aufbau zurückkehren, statt mehrere Variablen gleichzeitig zu ändern.
Danach folgt die Registrierung unter My Products > Wireless > Access Points > Register. Der Onboarding-Artikel führt durch Claim, Site-Zuweisung und Abnahmetest.
Die Entscheidung über den Lebenszyklus pflegen
Das Abnahmeprotokoll ist die Basis für spätere Änderungen. Es enthält mindestens Modell, Hardware-Revision, SKU-Kürzel, Site-Land, Montage und Antenne, Switchport und PoE-Klasse sowie ausgehandelte Geschwindigkeit, aktive Bänder, Kanäle und Messergebnisse. Eine aktuelle Modell- oder Länderübersicht allein beweist nicht, dass ein vorhandener oder als Ersatz gelieferter AP zum dokumentierten Aufbau passt.
Die Auswahl muss vor einer Erweiterung, einem Austausch oder einem Umzug sowie nach Änderungen an Land beziehungsweise Regulatory Domain, Antenne, Montage, Switch, PSE, Verkabelung oder relevantem Firmware-Verhalten erneut geprüft werden. Dasselbe gilt, wenn ein Modell nicht mehr beschaffbar oder unterstützt ist oder ein Konformitätsdokument ersetzt wurde. Bei jeder Erweiterung oder jedem Austausch, bei regelmässigen Betriebsprüfungen und wenn ein Abonnement dem Ablaufdatum näher kommt oder abgelaufen ist, Verwaltungsart, Zahl der in Sophos Fusion verwalteten APs und gültige Anzahl von Abonnements für AP6 Support and Services im Fusion-Konto erneut prüfen und protokollieren. Ist diese Anzahl kleiner als die Zahl der in Sophos Fusion verwalteten APs, Erweiterung oder Austausch stoppen und den unterlizenzierten Fusion-Betrieb erst fortsetzen, wenn die gültige Anzahl im Konto wieder ausreicht. Dabei Anforderungen und Baseline beibehalten, das vorgesehene Ersatzmodell samt Revision und regionaler SKU neu abgleichen und zunächst genau ein Gerät bereitstellen.
Den Kandidaten mit derselben SSID- und Switchport-Konfiguration testen und Ethernet-Aushandlung, PoE, aktive Radios, erlaubte Kanäle, Clientverbindung und Durchsatz mit der Baseline vergleichen. Bei einer Abweichung auf den zuletzt dokumentierten Stand zurückgehen und jeweils nur Modell, Stromversorgung, Port oder Funkparameter einzeln ändern. Erst nach erfolgreicher Abnahme die Stückliste und das Betriebsprotokoll aktualisieren und die restlichen Geräte ausrollen.