OpenID Connect und Okta für Sophos Central SSO konfigurieren
Sophos Central kann einen OpenID-Connect-Provider für SP-initiiertes Single Sign-on verwenden. Die Anmeldung beginnt bei Sophos Central und wird von dort zum Identity Provider weitergeleitet. Ein vom IdP gestarteter Dashboard-Link allein ist daher kein gültiger Funktionstest.
Voraussetzungen
Benötigt werden ein Super Admin, eine in Central verifizierte Domain, ein getesteter Rückfall-Admin und ein OIDC-Provider, der die von Sophos erwarteten Authorization Requests akzeptiert. Alle betroffenen Central-Konten müssen einer Domain und genau einem Identity Provider zugeordnet sein.
Central benötigt vier Providerwerte:
| Feld | Bedeutung |
|---|---|
| Client ID | öffentliche Kennung der für Sophos Central erstellten OIDC-Anwendung |
| Issuer | exakte Aussteller-URL, deren Wert mit dem iss-Claim des ID Tokens übereinstimmt |
| Authz endpoint | HTTPS-Endpunkt für die Authorization Request |
| JWKS URL | HTTPS-Endpunkt mit den öffentlichen Signaturschlüsseln des Providers |
Die Callback URL lautet exakt https://federation.sophos.com/login/callback. Sophos fordert dabei openid profile email, response_type=id_token und response_mode=form_post an. Der Provider muss einen ID Token liefern; Sophos fordert in diesem Ablauf keinen Authorization Code an.
Okta-App einrichten
In der Okta Admin Console wird unter Applications > Create App Integration eine Anwendung angelegt:
- OIDC – OpenID Connect und danach Single-Page Application auswählen.
- Einen eindeutigen Namen wie
Sophos Central SSOvergeben. - Unter Grant type den Core Grant Authorization Code abwählen.
- Unter Advanced > Other grants Implicit (hybrid) aktivieren.
- Als Sign-in redirect URI
https://federation.sophos.com/login/callbackeintragen. - Vorhandene Sign-out redirect URIs entfernen.
- Die Zuweisung zunächst auf eine definierte Pilotgruppe beschränken. Sophos zeigt als einfaches Beispiel eine Freigabe an alle Organisationsbenutzer; für einen sicheren Rollout ist eine Pilotgruppe kontrollierbarer.
- Speichern und die Client ID notieren.
Den Issuer liefert die verwendete Okta Authorization Domain. Bei einer Custom Domain sieht das beispielsweise wie https://login.example.com aus. Daraus ergeben sich normalerweise:
Issuer: https://login.example.com
Authz endpoint: https://login.example.com/oauth2/v1/authorize
JWKS URL: https://login.example.com/oauth2/v1/keys
Die Werte werden nicht aus einem Beispiel kopiert, sondern gegen die Discovery- beziehungsweise Provider-Konfiguration des eigenen Okta-Tenants geprüft. Ein Issuer mit anderem Authorization Server kann abweichende Pfade enthalten.
Provider in Sophos Central anlegen
- Global Settings > Access Control > Sign-in and Identity > Federated identity providers öffnen.
- Add identity provider wählen und Name sowie Beschreibung erfassen.
- Type: OpenID Connect und den passenden Vendor, beispielsweise Okta, wählen.
- Client ID, Issuer, Authz Endpoint und JWKS URL exakt eintragen.
- Die verifizierte Domain auswählen. Mehrere Domains sind möglich, ein Benutzer bleibt aber genau einer Domain zugeordnet.
- IdP enforced MFA nur wählen, wenn der Provider MFA für alle betroffenen Identitäten garantiert. Andernfalls No IdP enforced MFA verwenden.
- Speichern, Provider erneut öffnen und nach vollständiger Konfiguration mit Turn on aktivieren.
Für Google Workspace nennt Sophos OIDC als möglichen Provider, liefert in der Central-Anleitung aber keinen vergleichbaren vollständigen Feldsatz. Deshalb werden die Werte aus der tatsächlich verwendeten Google- beziehungsweise Cloud-Identity-OIDC-Konfiguration übernommen und im Pilot validiert. Okta-Pfade werden nicht auf Google übertragen.
Sign-in-Modus und Pilot
Unter Sophos sign-in wird zuerst der parallele Modus mit Sophos-Kennwort und föderierten Zugangsdaten gewählt. Danach werden mindestens diese Fälle getestet:
- gültiger Pilotbenutzer mit IdP-MFA,
- Benutzer ohne App-Zuweisung,
- falsche oder nicht verifizierte Domain,
- abgelaufene IdP-Sitzung,
- Sign-out und erneute SP-initiierte Anmeldung,
- zweiter Super Admin über den Rückfallweg.
Erst nach erfolgreichem Pilot wird Federated credentials only erwogen. Eine IdP-App-Zuweisung an alle Benutzer ersetzt nicht die Kontrolle, ob jedes Central-Konto der richtigen Domain und dem Provider zugeordnet ist.
Troubleshooting
- Invalid redirect oder Login-Schleife: Callback, Anwendungstyp und Implicit-ID-Token-Flow prüfen.
- Unknown issuer:
issim ID Token muss exakt zum Central-Feld Issuer passen. - Signatur kann nicht geprüft werden: JWKS URL, HTTPS-Erreichbarkeit und aktuell publizierten Key kontrollieren.
- Benutzer wird nicht gefunden:
email-Claim, Central-E-Mail und Domainzuordnung vergleichen. - Provider lässt sich nicht einschalten: Pflichtfelder, Domain und URL-Format sind unvollständig oder ungültig.
- MFA fehlt oder erscheint doppelt: IdP-Policy und Central-Auswahl IdP enforced MFA gemeinsam prüfen.
Sign-in Rules, Break-Glass-Zugang, MFA-Recovery und die Umschaltung des Tenant-Modus erklärt Sophos Central Anmeldung mit MFA, Passkeys und IdP absichern.