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Sophos Firewall: Länder und bösartige IPs blockieren

Sobald Dienste aus dem Internet erreichbar sind, sieht man meist schnell unerwünschten Traffic: Portscans, Login-Versuche, bekannte Bot-Netze oder Zugriffe aus Ländern, aus denen gar keine Benutzer erwartet werden. Auf der Sophos Firewall kann man solche Quellen auf mehreren Ebenen blockieren.

Dieser Artikel erklärt zwei typische Varianten:

  • Länder oder Quellnetze mit einer Firewall Regel blockieren
  • unerwünschte Quellen mit einer Black Hole DNAT Rule ins Leere übersetzen

Zusätzlich empfehlen wir Sophos Firewall Threat Feeds, damit bekannte bösartige IPs, Domains oder URLs automatisch blockiert werden können.

Welche Methode passt wann?

MethodeGeeignet fürTypischer Einsatz
Firewall Rule mit DropTraffic anhand von Source Country, Source Network oder Source Host blockierenLänder sperren, einzelne Netze blockieren, bekannte Bad-IP-Listen manuell pflegen
Black Hole DNATUnerwünschten Traffic auf eine nicht existierende interne IP umleitenTraffic zu veröffentlichten Diensten früh abfangen
WAF Blocked countriesWebserver, die über WAF veröffentlicht werdenLänder direkt in einer WAF-Regel blockieren
Threat FeedsDynamische Listen bekannter bösartiger QuellenBot-Netze, Scanner, Malware-Infrastruktur und bekannte Angreifer-IP-Adressen automatisch blockieren

Welche Methode sinnvoll ist, hängt davon ab, wo der Traffic technisch verarbeitet wird. Sophos weist darauf hin, dass die Firewall Regeln nicht in jedem Fall für Traffic greifen, der zu einer in WAF verwendeten Hosted Address geht. In solchen Fällen ist eine WAF-Länderregel oder eine Black Hole DNAT Rule oft besser geeignet.

Länder mit einer Firewall Regel blockieren

Für allgemeines Country Blocking kann man eine Firewall Regel mit Drop erstellen.

Menüpfad:

Rules and policies > Firewall rules

Empfohlene Felder:

FeldWert
Rule namesprechender Name, zum Beispiel BLOCK_COUNTRY_PANAMA
Rule positionTop
ActionDrop
Source zonesAny
Source networks and devicesLand, Ländergruppe, IP-Liste oder Host-Gruppe
During scheduled timeAll the time
Destination zonesAny
Destination networksAny
ServicesAny oder ein definierter Service

Für Country Blocking ist wichtig, dass Source zones und Destination zones nicht zu eng gesetzt werden. Wenn man nur WAN als Source zone einträgt, greift die Regel möglicherweise nicht für alle relevanten Traffic-Pfade.

Black Hole DNAT für unerwünschte Quellen

Eine Black Hole DNAT Rule übersetzt Traffic auf ein Ziel, das es im Netzwerk nicht gibt. Der Traffic läuft damit ins Leere und erreicht den eigentlichen Dienst nicht.

Das ist besonders nützlich, wenn ein Dienst per DNAT veröffentlicht wird und man bestimmte Quellen vor der eigentlichen Portweiterleitung abfangen möchte.

Sophos Firewall Add NAT rule als Black Hole DNAT für Bad IPs und Länder
Sophos Firewall - Black Hole DNAT Rule für Bad-IP-Liste und Länder

Beispiel:

FeldWert
Rule nameBLOCK_BAD_IPS_COUNTRIES
Rule positionTop
Original sourceBad-IP-Liste, Land oder Ländergruppe
Original destinationöffentliche WAN-IP oder WAN-Host-Objekt
Original serviceAny oder der veröffentlichte Service
Translated source (SNAT)Original
Translated destination (DNAT)Dummy-Host, der nicht existiert
Translated service (PAT)Original
Inbound interfaceAny
Outbound interfaceAny

Der Dummy-Host sollte eine IP-Adresse verwenden, die im eigenen Netzwerk nicht existiert und nicht geroutet wird. Wichtig ist, dass diese Regel oberhalb der eigentlichen DNAT-Regeln steht. NAT-Regeln werden von oben nach unten verarbeitet. Wenn zuerst die normale DNAT-Regel matcht, kommt die Black Hole DNAT Rule zu spät.

Warum die Reihenfolge entscheidend ist

Bei NAT-Regeln gewinnt die erste passende Regel. Eine Black Hole DNAT Rule muss daher sehr weit oben stehen, meist ganz oben in der NAT-Regeltabelle.

Beispielhafte Reihenfolge:

  1. Black Hole DNAT für Bad-IP-Liste und gesperrte Länder
  2. spezifische DNAT-Regeln für veröffentlichte Dienste
  3. spezielle SNAT-Regeln
  4. allgemeine MASQ-Regel für ausgehenden Traffic

Bei Firewall Rules gilt dasselbe Prinzip: spezifische Block-Regeln stehen oberhalb allgemeiner Allow-Regeln. Sonst kann es passieren, dass der Traffic bereits erlaubt wurde, bevor die Drop-Regel geprüft wird.

Source nicht unnötig auf Any lassen

Bei veröffentlichten Diensten sollte man die Source so weit wie möglich einschränken.

Sinnvolle Quellen können sein:

  • einzelne öffentliche IP-Adressen
  • Netze von Partnern oder Filialen
  • Länder, aus denen der Zugriff erwartet wird
  • FQDN Hosts oder DNS Host Groups, wenn passend
  • gepflegte Host Groups mit erlaubten Admin-IP-Adressen

Any ist nur dann sinnvoll, wenn der Dienst wirklich weltweit erreichbar sein muss. Dann sollte man zusätzliche Schutzmassnahmen aktivieren: Logging, IPS, MFA wo möglich, starke Authentifizierung, aktuelle Zielsysteme und Threat Feeds.

Threat Feeds zusätzlich verwenden

Manuelle Listen und Länderregeln sind statisch. Angreifer-Infrastruktur ändert sich aber laufend. Darum empfehlen wir zusätzlich Sophos Firewall Threat Feeds.

Threat Feeds helfen besonders bei:

  • bekannten Scanner-IP-Adressen
  • Bot-Netzen
  • Malware-Infrastruktur
  • kompromittierten Hosts
  • dynamisch gepflegten Bad-IP-Listen

So muss man nicht jede einzelne IP manuell pflegen. Die Firewall kann bekannte schlechte Quellen bereits blockieren, bevor sie den veröffentlichten Dienst erreichen.

Typische Fehler

FehlerAuswirkung
Black Hole DNAT steht unterhalb der normalen DNAT-RegelDie normale DNAT-Regel matcht zuerst, die Block-Regel greift nicht
Dummy-Ziel existiert doch im NetzwerkTraffic landet unerwartet auf einem echten System
Source wird in NAT und Firewall Rule unterschiedlich gepflegtRegeln werden schwer nachvollziehbar und driften auseinander
Country Blocking wird als einzige Schutzmassnahme verwendetBots aus erlaubten Ländern können weiterhin angreifen
Logging ist deaktiviertIm Log Viewer ist nicht klar, welche Regel gegriffen hat

Troubleshooting

Wenn eine Block-Regel nicht greift, sollte man in dieser Reihenfolge prüfen:

  1. Steht die NAT- oder Firewall-Regel wirklich oberhalb der Allow-Regeln?
  2. Matcht die Source IP zur Bad-IP-Liste oder zum gewählten Land?
  3. Wird der Traffic durch eine WAF-Regel, DNAT-Regel oder Firewall Regel verarbeitet?
  4. Ist Logging auf der betroffenen Firewall Regel aktiv?
  5. Zeigt der Log Viewer die erwartete Firewall Rule ID oder NAT Rule ID?
  6. Sieht man den Traffic in Diagnostics > Packet capture?

Für die Analyse helfen auch Firewall-Regel greift nicht: Reihenfolge, Matching und Logs prüfen, Packet Capture Tool im WebAdmin verwenden und NAT auf Sophos Firewall verstehen: SNAT, DNAT, MASQ, PAT.

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