Sophos Firewall Chromebook SSO mit Google Workspace einrichten
Mit Chromebook SSO meldet die Sophos Chromebook User ID Extension den angemeldeten Google-Workspace-Benutzer an die Firewall. Danach kann SFOS Benutzerregeln anwenden und die Session unter Current activities > Live users anzeigen.
Der Ablauf besteht aus fünf Teilen: Zertifikat und DNS-Namen vorbereiten, Chromebook SSO in Device Access aktivieren, die SSO-Einstellungen und zwei Firewall-Regeln anlegen, die aktuelle Erweiterung über Google Admin verteilen und das Ergebnis mit einem Testbenutzer prüfen. Diese Anleitung folgt SFOS 22.0 MR2 und der aktuellen Manifest-V3-Erweiterung.
Voraussetzungen
Benötigt werden:
- verwaltete Chromebooks in einem von der Sophos Firewall geschützten Netz;
- Zugriff auf WebAdmin und Google Admin;
- Benutzeradressen aus der Google-Workspace-Domain, beispielsweise
user@example.com; - ein interner DNS-Name für die Firewall, beispielsweise
chromebook-sso.example.com; - ein Zertifikat mit privatem Schlüssel und einer von den Chromebooks vertrauten CA;
- ein auf der Firewall konfigurierter Authentifizierungsserver.
Für einen planbaren produktiven Rollout verwendet diese Anleitung ein lokales Active Directory, dessen Benutzer mit Google Workspace synchronisiert sind. Der aktuelle Chrome-Web-Store-Eintrag nennt diese Kombination ausdrücklich. Die SFOS-22-Hilfe nennt zusätzlich LDAP und Google Secure LDAP; diese Variante sollte man deshalb zuerst mit einer Pilotgruppe prüfen, bevor benutzerbasierte Regeln davon abhängen. Die Einrichtung der Verzeichnisdienste zeigen Active Directory mit Sophos Firewall verbinden und LDAP-Server mit Sophos Firewall verbinden.
Sophos kündigte die neue Manifest-V3-Erweiterung mit SFOS 22.0 MR2 an. Der aktuelle Chrome-Web-Store-Eintrag nennt dagegen SFOS 20.0 MR3 oder neuer als Mindestversion. Die Erweiterung ist daher nicht als MR2-exklusiv zu verstehen; Menüpfade und Screenshots dieser Anleitung beziehen sich jedoch auf SFOS 22.0 MR2.
Sophos Firewall konfigurieren
Zertifikat und DNS-Namen vorbereiten
Der Name chromebook-sso.example.com muss im internen DNS auf die Firewall-Adresse zeigen, welche die Chromebooks erreichen. Für diesen Namen wird unter Certificates > Certificates ein Zertifikat erstellt oder importiert.
Das Zertifikat benötigt einen privaten Schlüssel, eine auf der Firewall vorhandene ausstellende CA und darf nicht mit einer Passphrase geschützt sein. Den FQDN trägt man sowohl als Subject Alternative Name (SAN) als auch als Common Name (CN) ein. Sophos verlangt den Abgleich mit dem CN; aktuelles Chrome verwendet für die Hostnamenprüfung den SAN. Derselbe FQDN wird später als serverAddress eingesetzt.
Unter Hosts and services > FQDN host wird zusätzlich ein Hostobjekt für accounts.google.com erstellt. Dieses Objekt wird später zusammen mit den vordefinierten Gruppen Google API Hosts und Google Chrome Web Store in der Bootstrap-Regel verwendet.
Device Access und Chromebook SSO aktivieren
- Administration > Device access öffnen.
- Chromebook SSO nur für die internen Zonen aktivieren, aus denen die verwalteten Geräte kommen, beispielsweise
LANundWi-Fi. - Authentication > Services > Chromebook SSO öffnen und Enable aktivieren.
- Unter Domain die Workspace-Domain
example.comeintragen. - Port auf
65123setzen. - Das Zertifikat für
chromebook-sso.example.comauswählen. - Download G Suite app config wählen.
- Die JSON-Datei in einem Texteditor öffnen und
serverAddressaufchromebook-sso.example.comsetzen. Anschliessend speichern.
Device Access erlaubt den Zugriff auf den lokalen SSO-Dienst der Firewall. Eine normale Firewall-Regel ersetzt diesen Schritt nicht. Umgekehrt erlaubt Device Access noch keinen Internetzugriff zu Google. Diese Trennung erklärt Device Access und Local Service ACL.
Zwei Firewall-Regeln erstellen
Unter Rules and policies > Firewall rules werden zwei Regeln in dieser Reihenfolge erstellt.
Die erste Regel, beispielsweise Chromebook-Google-Bootstrap, erlaubt die App-Verteilung und Google-Kommunikation:
- Action:
Accept - Source zones:
LANund/oderWi-Fi - Source networks: die Chromebook-Netze
- Destination zones:
WAN - Destination networks: das eigene Objekt für
accounts.google.comsowie Google API Hosts und Google Chrome Web Store
Darunter folgt die eigentliche Benutzerregel, beispielsweise Chromebook-Users:
- Action:
Accept - gleiche Source-Zonen und Chromebook-Netze
- gewünschte Ziele im
WAN - Match known users: aktiviert
- Use web authentication for unknown users: nur aktivieren, wenn Captive Portal als Fallback gewünscht ist
- Log firewall traffic: für den Pilotbetrieb aktiviert
Die Bootstrap-Regel muss oberhalb der Benutzerregel stehen. Sonst kann die Erweiterung fehlen oder OAuth scheitern, bevor die Firewall den Benutzer kennt.
Google Workspace konfigurieren
Erweiterung verteilen
- In Google Admin Devices > Chrome > Apps & extensions > Users & browsers öffnen.
- Zuerst eine Pilot-OU oder kleine Testgruppe auswählen.
- Add > Add from Chrome Web Store wählen.
- Sophos Chromebook User ID hinzufügen und die Erweiterungs-ID
kpgmhapilmiknabfjblafefhahodhjcakontrollieren. - Als Installation policy mindestens Force install auswählen.
- Unter Policy for extensions die zuvor angepasste JSON-Datei hochladen.
- Speichern und auf die Richtlinienübernahme des Testgeräts warten.
Bei einer bestehenden Installation ist dies kein In-place-Update: Laut Sophos muss die alte Erweiterung entfernt und die neue Manifest-V3-Erweiterung installiert werden. Die Migration sollte zuerst in einer Pilot-OU erfolgen, damit Benutzerregeln nicht durch eine vorübergehend fehlende Identität auf eine Fallback-Policy fallen. Weitere Hinweise stehen im Überblick zu SFOS 22.0 MR2.
OAuth-App als vertrauenswürdig einstufen
Damit OAuth nicht blockiert wird:
- Security > Access and data control > API controls öffnen.
- Unter App access control auf Manage app access gehen.
- Accessed apps > View list öffnen und nach Sophos User ID suchen.
- Change access wählen, den passenden Scope festlegen und Trusted auswählen.
Lokale CA an ChromeOS verteilen
Dieser Schritt ist nötig, wenn das SSO-Zertifikat von einer internen oder lokal signierten CA stammt, der ChromeOS noch nicht vertraut.
- Auf der Firewall unter Certificates > Certificate authorities die ausstellende CA herunterladen und die PEM-Datei aus dem Archiv entpacken.
- In Google Admin Devices > Networks > Certificates öffnen.
- Die PEM-Datei mit Upload certificate hochladen.
- Unter Certificate authority die Verwendung für Chromebook aktivieren und speichern.
Anmeldung und Regel-Matching prüfen
- Am Testgerät
chrome://policyöffnen, Reload policies wählen und prüfen, ob die Richtlinie der Erweiterung aus der Cloud übernommen wurde. - Mit einem verwalteten Benutzer wie
user@example.comneu am Chromebook anmelden. - Auf der Firewall Current activities > Live users öffnen. Benutzer, Client-IP und Client Type
Chromebook SSOmüssen erscheinen. - Eine Verbindung aufrufen, die von
Chromebook-Userserlaubt wird. - Im Log viewer prüfen, ob genau diese Benutzerregel getroffen wurde. Ein funktionierender Internetzugriff allein beweist das nicht, weil eine allgemeinere Regel den Traffic ebenfalls erlauben könnte.
Erst wenn Live User und Rule Hit stimmen, sollte die Richtlinie auf weitere OUs ausgerollt werden.
Fehler gezielt eingrenzen
- Erweiterung fehlt: Erweiterungs-ID, Ziel-OU, Installation policy und den Status unter
chrome://policyprüfen. - OAuth schlägt fehl: Kontrollieren, ob Sophos User ID für die richtige OU als Trusted eingestuft ist und die Bootstrap-Regel die Google-Ziele erreicht.
- TLS- oder Verbindungsfehler: DNS-Auflösung,
serverAddress, SAN, CN, Zertifikatskette und CA-Rollout vergleichen. Alle Namen müssen aufchromebook-sso.example.comzeigen. - Benutzer fehlt unter Live users: Workspace-Domain, Benutzeradresse, Authentifizierungsserver und Device Access prüfen.
- Benutzer ist sichtbar, aber die falsche Regel greift: Position, Source-Netz, Benutzerbezug und Logging der Regel kontrollieren. Die systematische Prüfung zeigt Warum eine Sophos-Firewall-Regel nicht greift.
- Erweiterung zeigt nach einem Disconnect weiter
Connected: Bei SFOS 21.5 GA und neuer kann die Anzeige veraltet bleiben, obwohl die Session auf der Firewall beendet wurde. In der Erweiterung ab- und wieder anmelden oder die Netzwerkverbindung des Chromebooks kurz trennen. Für die Kontrolle ist Live users massgeblich.
Für die Dienstlogs meldet man sich per SSH an der Sophos-Firewall-CLI an und wählt 5. Device Management > 3. Advanced Shell. Die folgenden Befehle lesen nur mit und verändern keine Konfiguration:
tail -f /log/chromebook-sso-backend.log
tail -f /log/csd.log
Danach die Anmeldung mit dem Testbenutzer wiederholen und auf neue Einträge zum gleichen Zeitpunkt achten. Mit Ctrl+C wird die Live-Ausgabe beendet. Eine Übersicht über weitere Authentifizierungslogs bietet Sophos Firewall Service-Logs.