Dynamic DNS auf Sophos Firewall einrichten und prüfen
Unter Network > Dynamic DNS > Add verbindet man einen Hostnamen des DDNS-Providers mit dem passenden WAN-Interface. Trägt die Sophos Firewall selbst die öffentliche IPv4, wählt man Use port IP. Steht sie mit einer privaten WAN-Adresse hinter einem Router, ist NATed public IP richtig.
Dynamic DNS aktualisiert nur den DNS-Eintrag. Es öffnet keine Ports und erstellt weder NAT- noch Firewall-Regeln. Soll ein interner Server hinter der Firewall erreichbar sein, müssen deshalb zusätzlich die Schritte unter Server per DNAT veröffentlichen passen.
Dynamic DNS konfigurieren
Vorher benötigt man beim Provider einen Hostnamen wie vpn.example.net und gültige Update-Zugangsdaten. Die Firewall muss DNS auflösen und das Internet sowie den Provider erreichen können. Dynamic DNS funktioniert deshalb nicht in einer Air-Gap-Umgebung.
- Network > Dynamic DNS öffnen und auf Add klicken.
- Unter Hostname den beim Provider angelegten Namen eintragen, zum Beispiel
vpn.example.net. - Das zugehörige WAN-Interface wählen, zum Beispiel
Port2 - WAN. - Unter IPv4 address Use port IP oder NATed public IP wählen.
- Den Service provider auswählen.
- Login name und Password beziehungsweise den providerspezifischen Update-Key eintragen.
- Mit Save speichern und den Status kontrollieren.
Im aktuellen SFOS-Dialog stehen DynDNS, DynAccess, EasyDNS, ZoneEdit, Google DDNS, Namecheap, DNS-O-Matic, No-IP, FreeDNS und Cloudflare zur Auswahl. Der frühere Sophos-Dienst myfirewall.co ist eingestellt. Wenn ein Provider keinen Benutzernamen verlangt, trägt man laut Sophos die Domain als Login name ein. Bei FreeDNS darf das Passwort in SFOS höchstens 15 Zeichen lang sein.
Use port IP oder NATed public IP
- Use port IP: Das gewählte WAN-Interface besitzt selbst die öffentliche IPv4-Adresse.
- NATed public IP: Das WAN-Interface besitzt eine private Adresse und ein vorgeschalteter Router führt NAT aus. Für die Ermittlung der öffentlichen Adresse muss die Firewall zusätzlich
checkip.cyberoam.comüber TCP80erreichen können.
Bridge-Interfaces unterstützen Dynamic DNS nicht. Werden WAN-Interfaces umgebaut oder ersetzt, sollte man die Abhängigkeiten über Object usage und danach den DDNS-Eintrag prüfen. Weitere Interface-Grenzen erklärt Zonen und Interfaces richtig einsetzen.
Cloudflare sicher anbinden
Der integrierte Cloudflare-Provider erwartet die Account-E-Mail und den Global API Key. Ein eingeschränkter API-Token ist in der aktuellen Sophos-Dokumentation nicht als kompatibles Credential aufgeführt.
Cloudflare stuft den Global API Key als Legacy ein: Er hat dieselben Rechte wie der Benutzer und Zugriff auf dessen Ressourcen. Für die SFOS-Integration sollte deshalb ein separater Cloudflare-Benutzer nur auf die benötigte Zone und DNS-Rolle begrenzt werden. Der Key gehört weder in Screenshots noch in Tickets. Wenn ein Global API Key im Sicherheitskonzept nicht zulässig ist, sollte stattdessen ein externer Updater mit eingeschränktem API-Token oder ein anderer unterstützter Provider verwendet werden.
Für VPN und andere Dienste, die Clients direkt mit der öffentlichen Firewall-IP verbinden, muss der Cloudflare-Record auf DNS only stehen. Bei einem bewusst aktivierten Proxy liefert die DNS-Abfrage stattdessen Cloudflare-Anycast-Adressen; dann ist die DDNS-Origin-IP im Cloudflare-Dashboard zu prüfen.
DDNS-Auflösung und Dienst prüfen
SFOS prüft alle fünf Minuten, ob sich die öffentliche IP geändert hat. Nach dem Speichern kontrolliert man zuerst unter Network > Dynamic DNS, ob Status und aktualisierte IP plausibel sind.
Anschliessend wird der Hostname von ausserhalb des eigenen DNS-Caches abgefragt. Unter Linux und macOS:
dig @1.1.1.1 vpn.example.net A +short
Unter Windows:
nslookup vpn.example.net 1.1.1.1
Die Antwort muss der erwarteten öffentlichen IPv4 entsprechen. Direkt nach einem Wechsel kann ein Resolver wegen DNS-TTL und Cache noch die alte Adresse liefern.
Zuletzt testet man den eigentlichen Dienst aus einem fremden Netz, zum Beispiel über Mobilfunk. Die korrekte DNS-Antwort beweist nur die Namensauflösung, nicht die Erreichbarkeit des Dienstes.
Multi-WAN, HA und CGNAT
Nach einem WAN- oder HA-Failover immer DDNS-Status, externe DNS-Antwort und den Dienst prüfen.
- Multi-WAN: Jeder DDNS-Eintrag ist an ein ausgewähltes Interface gebunden. Man sollte nicht annehmen, dass ein einzelner Hostname automatisch dem aktiven Gateway folgt. Für veröffentlichte Dienste pro WAN einen eindeutigen Hostnamen planen.
- HA: Troubleshooting-Logs werden zwischen den Knoten nicht synchronisiert. Den vollständigen Failover-Test erklärt Sophos Firewall High Availability einrichten.
- CGNAT: NATed public IP kann die gemeinsam genutzte Provideradresse veröffentlichen, macht die Firewall aber nicht eingehend erreichbar. Dafür benötigt man beispielsweise eine echte öffentliche IPv4, einen separat gepflegten AAAA-Record mit passender IPv6-Firewall- und Dienstkonfiguration oder eine ausgehend aufgebaute Tunnel- beziehungsweise Relay-Lösung. Das hier beschriebene SFOS-DDNS aktualisiert nur IPv4.
Fehler beheben
Im Log Viewer Events und System auswählen und nach der Komponente DDNS suchen. Die technischen Feldwerte lauten log_type=Event, log_subtype=System und log_component=DDNS; entscheidend sind Status, Message und Failure reason. Die letzten Einträge zeigt auch Option 4 Device Console:
show logs ddc.log lines 100
Für eine Live-Analyse kann man im SSH-Menü unter Device Management > Advanced Shell folgenden Befehl verwenden und danach mit Ctrl+C beenden:
tail -f /log/ddc.log
Die Befehle und die Zuordnung zu ddc.log sind für SFOS 22 dokumentiert, wurden hier aber nicht gegen eine Kundenfirewall ausgeführt. Weitere Logdateien und Zugriffswege stehen unter Sophos Firewall Service-Logs.
- Invalid Configuration or bad authorization: Hostname, Provider und Zugangsdaten prüfen. Bei Cloudflare sind Account-E-Mail und Global API Key erforderlich.
- Invalid IP: Interface und die Auswahl Use port IP beziehungsweise NATed public IP kontrollieren.
- DNS Error oder Connect Failed: DNS, Default Route, Internet- und Provider-Erreichbarkeit prüfen. Bei NATed public IP zusätzlich die oben genannte Check-IP-Erreichbarkeit kontrollieren.
- Invalid Response oder Reported Abuse: Providerstatus, Konto, Sperren und Limits beim Provider prüfen.
- Success, aber falsche IP: Provider-Dashboard, ausgewähltes Interface, IP-Option und die externe DNS-Antwort vergleichen.
- FQDN stimmt, Dienst ist nicht erreichbar: Vorgeschaltete Portweiterleitung, DNAT, Firewall-Regel und die jeweilige VPN- oder Dienstkonfiguration prüfen.
Wenn Cloudflare-DDNS erst seit dem Upgrade auf SFOS 22.0 MR1 ausfällt, auf SFOS 22.0 MR2 Build 546 oder neuer aktualisieren und erneut testen. Sophos behebt damit NC-180219; die Details stehen im SFOS-22-MR2-Artikel.