Sophos Fusion Network Map: Topologie prüfen und exportieren
Unter My Environment > Network Map stellt Sophos Fusion die Verbindungen zwischen verwalteten Firewalls, Switches und AP6 dar. Damit lässt sich beispielsweise vor einer Wartung prüfen, an welchem Switch ein AP6 hängt und welche Geräte von einem Uplink abhängen könnten. Die Karte beruht auf LLDP-Nachbarschaftsdaten und ersetzt keinen Verbindungstest.
Für eine brauchbare Dokumentation prüft man zuerst Gerätebestand und LLDP, gleicht wichtige Links mit der realen Verkabelung ab und speichert erst danach Layout und Export. So wird aus einer automatisch erzeugten Ansicht eine nachvollziehbare Momentaufnahme.
Voraussetzungen vor dem ersten Vergleich
Die beteiligten Sophos-Geräte müssen im vorgesehenen Fusion-Konto verwaltet werden und LLDP eingeschaltet haben. LLDP übermittelt Informationen über direkt benachbarte Netzwerkgeräte; fehlt es auf einem beteiligten Gerät, kann die Darstellung unvollständig sein. Änderungen daran plant man mit dem Netzwerkverantwortlichen, statt aus einer fehlenden Linie sofort einen Verkabelungsfehler abzuleiten.
Die aktuelle Sophos-Hilfe nennt folgende Mindeststände:
| Gerät | Mindest-Firmware |
|---|---|
| Sophos Firewall | 22.0 GA |
| Sophos Switch | 2.1.1986 MR2 |
| Sophos AP6 | 1.9.2854 MR9 |
Diese Untergrenzen sind keine Empfehlung, auf einem alten Build zu bleiben. Für ein Update gelten weiterhin Kompatibilität, Wartungsfenster und die jeweiligen Release Notes. Fehlt der Menüpunkt im eigenen Konto, prüft man den vorgesehenen Konto- und Zugriffskontext; daraus wird hier keine besondere Lizenz oder pauschale Rollenfreigabe abgeleitet.
Topologie mit einem bekannten Gerätepfad prüfen
Ein geeigneter Ausgangspunkt ist ein dokumentierter Pfad wie Firewall → Switch → AP6. Dafür die erwarteten Gerätenamen und die tatsächlich verwendeten Ports aus der eigenen Dokumentation bereithalten.
- My Environment > Network Map öffnen und mit dem Aktualisierungssymbol den Gerätestatus neu laden.
- Ein bekanntes Gerät über Name, Seriennummer, MAC- oder IP-Adresse suchen. Konto, Geräteidentität und Online-Status abgleichen.
- Die Ansicht der Firewalls, Switches oder Access Points öffnen und den erwarteten Nachbarn verfolgen. Bei einem Switch in den Gerätedetails die Portansicht mit der dokumentierten Verkabelung vergleichen.
- Bei einem AP6 die Verbindung zum Switch und bei Mesh die Root-/Node-Zuordnung prüfen. Die eigentliche Mesh-Abnahme prüft zusätzlich Backhaul und Clientverkehr.
- Bei einer Abweichung zuerst Geräteverwaltung, Firmware und LLDP kontrollieren. Danach den tatsächlichen Link und den Portstatus am Gerät prüfen. Eine Linie in der Karte allein entscheidet nicht, ob ein Paket diesen Weg nehmen kann.
Für Konfigurationsaufträge und Synchronisierungsfehler bleibt der Switch-Flottenleitfaden massgebend. Die Network Map beantwortet die Nachbarschaftsfrage; die Task queue beantwortet, ob ein Konfigurationsauftrag erfolgreich war.
Layout speichern und SVG dokumentieren
Mit Fusion 2026.44 vom 12. Oktober 2026 kamen gespeicherte Layouts, SVG-Export und eine klarere Darstellung von Offline-Geräten sowie AP6-Mesh-Gruppen hinzu. Die Release Notes beschreiben diese Erweiterung. Der ältere Juli-Eintrag mit PNG bezieht sich auf die Einführung; für den hier beschriebenen Stand gilt SVG.
Geräte lassen sich durch Ziehen sinnvoll anordnen. Für die eigene Übersicht kann man beispielsweise den bekannten Uplink-Pfad nebeneinander legen und Geräte eines Standorts räumlich zusammenfassen. Das Verschieben der Symbole ändert das Layout, nicht die Verkabelung.
Nach dem Anordnen die angebotene Layout-Speicherung verwenden. Anschliessend den Gerätestatus aktualisieren und kontrollieren, dass die Anordnung erhalten bleibt. Über das Download-Symbol die Karte als SVG exportieren und die Datei öffnen, um Ausschnitt und Lesbarkeit zu prüfen.
Zum Export gehören Datum, Konto und der geprüfte Umfang in die eigene Betriebsdokumentation. Vor der Weitergabe kontrollieren, ob Gerätenamen, IP-/MAC-Adressen oder andere interne Angaben sichtbar sind. Eine gespeicherte Grafik aktualisiert sich nicht mit späteren Änderungen im Netz.
Grenzen und typische Fehlinterpretationen
- STP blockiert einen Port: LLDP kann trotzdem eine Nachbarschaft zeigen. Aus der gezeichneten Verbindung folgt keine aktive Weiterleitung. Für die Pfadbewertung zusätzlich den aktuellen STP- und Portstatus prüfen.
- Ein Offline-Gerät hat noch Verbindungen: Die Karte kann auf älteren Daten und dem zuletzt bekannten Zustand beruhen. Online-Status, Aktualisierungszeitpunkt der eigenen Prüfung und direkten Gerätezugriff gemeinsam bewerten.
- Direkt an der Firewall angeschlossene Endpoints fehlen: Diese Endgeräte erscheinen laut Sophos nicht in der Karte. Daraus lässt sich kein Anschlussfehler ableiten.
- APX oder andere nicht verwaltete Geräte wirken unvollständig: Sie gehören nicht zu den vollständig unterstützten verwalteten Gerätetypen. Solche Geräte können nur als generisches Device erscheinen oder fehlen; ein direkt am Switch angeschlossenes nicht verwaltetes Gerät wird nur unter den dokumentierten Bedingungen mit nachgelagerten Endgeräten sichtbar.
Bleibt ein erwarteter Pfad unklar, hält man Geräteidentitäten, Firmwarestände, LLDP-Zustand, betroffene Ports und Zeitpunkt fest. Danach die Karte mit dem tatsächlichen Linkstatus vergleichen und bei Bedarf gezielt eskalieren. Die Karte ist damit eine Hilfe für Inventar und Fehlereingrenzung; eine erfolgreiche Anwendungsprüfung muss weiterhin separat erfolgen.