Sophos ZTNA Gateway erstellen
In dieser Anleitung wird erklärt, wie man das ZTNA Gateway auf einem Hypervisor betreiben kann.
Die verschiedenen Deployment-Modi von Sophos ZTNA
Sophos bietet zwei verschiedene Deployment-Modi für Zero Trust Network Access (ZTNA) an: das On-premise Gateway und das Sophos Cloud Gateway. Beide Modi haben ihre eigenen Vor- und Nachteile und können je nach Anforderungen des Unternehmens ausgewählt werden.
On-Premise Gateway
Bei der Verwendung eines On-Premise-Gateways werden die Gateways im eigenen Rechenzentrum oder auf einem bereitgestellten Hypervisor im Unternehmen selbst installiert. Das bedeutet, dass man die Gateways, die mit dem öffentlichen Internet verbunden sind, selbst verwalten muss. Daher ist es notwendig, Firewall Ports zu öffnen und NAT-Regeln zu erstellen, um das Netzwerk zu verwalten. Dieser Modus bietet eine direkte Kontrolle über die Infrastruktur, erfordert aber auch einen höheren Verwaltungsaufwand. Die Datenverbindung ist jedoch direkter, schneller und ohne Einschränkungen.
Sophos Cloud Gateway
Im Gegensatz dazu ermöglicht der Sophos Cloud Gateway den Zugriff auf interne Ressourcen über eine von Sophos geschützte Datenplane-Cloud. Dieser Modus isoliert Netzwerkbereitstellungen von der direkten Internet-Exposition und reduziert die Angriffsfläche. Ein wesentlicher Vorteil dieser Deployment-Methode ist die Möglichkeit, Benutzer einfach mit Anwendungen zu verbinden, ohne dass Firewall Ports geöffnet und NAT-Regeln erstellt werden müssen. Die Verwaltung der Datenpläne innerhalb der Sophos Cloud liegt in der Verantwortung von Sophos, wodurch die Infrastruktur des Unternehmens vor dem Internet verborgen bleibt. Ebenso kann der nächstgelegene Zugangspunkt ausgewählt werden, um Latenzzeiten zu minimieren, und die Verfügbarkeit wird mit 99,999 % garantiert.
Limitierung: Für das Cloud Gateway gibt es ein Traffic-Limit von 15 GB pro Nutzer und Monat. Bei 10 Benutzern summiert sich das auf 150 GB für alle Benutzer. Das kann für Unternehmen, die ZTNA für Netzlaufwerke nutzen wollen, schnell knapp werden.
Die beiden Modi sind austauschbar, und Unternehmen können leicht von einem Gateway-Modus zum anderen wechseln, je nachdem, was ihren aktuellen Anforderungen am besten entspricht. Dies bietet eine flexible Lösung, die sich an die sich ändernden Bedürfnisse eines Unternehmens anpassen kann.
Voraussetzungen
Um das ZTNA Gateway zu konfigurieren, benötigt man folgende Dinge:
- Hypervisor, Cloud oder Sophos Firewall
- Zugriff auf Public DNS
- Wildcard-Zertifikat
- Fixe IP-Adresse
- Zugriff auf die Firewall, um eine DNAT-Regel zu erstellen
Plattform-Support
Folgende Plattformen werden unterstützt:
- VMware ESXi
- Microsoft Hyper-V 2016 oder höher
- Amazon Cloud AWS
- Sophos Firewall (ZTNA Cloud Gateway)
Wir empfehlen, der VM 2 Cores und 4 GB RAM zuzuweisen. Dies genügt für 10'000 Clients. Sollte dies einem Unternehmen nicht genügen, ist es auch möglich, mehrere Gateways zu clustern und die Anzahl mit einem Cluster aus 9 Gateways auf 90'000 Clients zu erhöhen.
Subnetz für Gateway
Der ZTNA Gateway sollte in einem eigenen Subnetz betrieben und nicht im Client oder Servernetz verwendet werden.
Verwenden Sie keines dieser Netzwerke für das Gateway:
- 10.42.0.0/16
- 10.43.0.0/16
- 10.108.0.0/16
Ein DNS-Name, z. B. ztna.domain.com, weist auf die Public-IP-Adresse, die mittels Port Forwarding (Port 443) auf das ZTNA Gateway weiterleitet.
Das ZTNA Gateway benötigt einerseits Zugriff ins Internet und andererseits Zugriff in die jeweiligen VLANs der Anwendungen, die mit den entsprechenden Ports bereitgestellt werden.
ZTNA Gateway herunterladen
In Sophos Central lassen sich im Hauptmenü unter Protect Devices die Dateien für die virtuelle Maschine herunterladen.

Bereitstellen der VM auf Hyper-V oder ESXi
Erstelle eine neue virtuelle Maschine mit folgenden Einstellungen:
- Generation 1 (für Hyper-V)
- Virtuelle Prozessoren: 2
- RAM: 4 GB
- Netzwerk: vorzugsweise eigenes VLAN
- Festplatte für Hyper-V: zuvor heruntergeladene .vhdx-Dateien
- ESXi: OVA-Datei verwenden
Bevor man die VM startet, muss man noch die ISO mit den Einstellungen erstellen.
Gateway-Einstellungen
Es wurde nun zwar die VM erstellt, aber diese hat noch keinerlei Einstellungen und keinen Bezug zum Central Account. Diese Angaben werden hinterlegt, indem man ein Gateway hinzufügt und die Einstellungen vornimmt.
- Mode: On-premise Gateway oder Cloud Gateway. In meinem Fall verwende ich das On-premise Gateway. Das ZTNA Cloud Gateway ist für ZTNA as a Service von Sophos gedacht. Hier wird keine DNAT-Regel verwendet, um den Traffic auf das Gateway zu leiten. Stattdessen meldet sich das Cloud Gateway bei Central.
- Name: Einfach ein Name, z. B. mit dem Standort oder Hostnamen des Gateways.
- Location: Wenn man mehrere Standorte hat, kann man dies optional hinterlegen.
- FQDN: DNS-Name, der auf die Public IP der Firewall zeigt, die wiederum eine DNAT-Regel (HTTPS / 443) auf das ZTNA Gateway bereitstellt.
- Domain: Ergibt sich aus dem Domainnamen, den man verwendet.
- Platform type: Hier wählt man zwischen VMware ESXi, Hyper-V und Amazon Web Services (AWS).
- Identity provider: Man wählt den zuvor hinzugefügten Provider, in meinem Fall Azure AD.
- Gateway Instance Deployment mode: One-arm verwendet man, wenn man im Nachgang eine DNAT-Regel erstellt. Two-arm verwendet man, wenn das ZTNA Gateway sowohl im LAN als auch im WAN ein Interface haben soll.
- IP-Adresse: Dies sollte selbsterklärend sein. Ich verwende hier DHCP und reserviere auf dem DHCP-Server eine IP für das ZTNA Gateway.
- Zertifikat: Wildcard-Zertifikat der oben angegebenen Domain.
Nach dem Speichern wird ein ISO-Image mit den hinterlegten Informationen erstellt, welches man wie in den Screenshots zu erkennen herunterladen kann. Dieses ISO-Image verwendet man nun als Boot-ISO für die VM.
Je nach Leistung des Hosts benötigt der erste Start und die Registrierung bei Central bis zu 30 Minuten. Sobald sich das Gateway bei Central meldet, kann man es akzeptieren. Damit ist dieser Schritt abgeschlossen.



